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erstellt am Freitag, den 25. April 2014 um 11:06 Uhr

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Grundschule-hca-nb - Thema am 25. April 2014

Eine Denkschrift von Deinem Kind.

Betrifft:    M I C H

1.     Verwöhne mich nicht. Ich weiß ganz gut, daß ich nicht alles haben kann, worum ich Dich bitte. Ich prüfe Dich nur.

2.     Habe keine Angst, fest mit mir zu sein. Es ist mir lieber, ich weiß dadurch, woran ich bin.

3.     Wende keine Gewalt bei mir an. Sonst lerne ich, daß es nur auf Gewalt ankommt. Ich lasse mich ohne Gewalt viel bereitwilliger führen.

4.      Sei nicht inkonsequent. Dies verwirrt mich, so daß ich umsomehr versuche, wo ich kann, meinen Willen durchzusetzen.

5.       Mache keine Versprechungen, denn vielleicht kannst Du sie nicht einhalten. Dies würde mein Vertrauen in Dich entmutigen.

6.       Falle nicht auf meine Herausforderungen herein, wenn ich Dinge sage und tue, nur um Dich zu aufzuregen. Denn sonst werde ich versuchen, noch mehr solche Siege zu erringen.

7.      Rege Dich nicht allzusehr auf, wenn ich sage, Ich hasse Dich. Ich meine es nicht so, aber ich möchte, daß es Dir Leid tut, was Du mir angetan hast.

8.      Lasse mich nicht kleiner fühlen, als ich bin. Dafür benehme ich mich dann wie ein großes Tier.

9.       Tue nichts für mich, was ich selber tun kann. Denn sonst bekomme ich das Gefühl, ein Baby zu sein und ich könnte Dich auch weiterhin in meine Dienste stellen.

10.     Sei vorsichtig, daß mein schlechtes Betragen mir nicht eine Menge Aufmerksamkeit einbringt. Dies würde mich nur ermutigen, meine schlechten Angewohnheiten beizubehalten.

11.    Rüge mich nicht in Gegenwart anderer. Es macht auf mich einen viel größeren Eindruck, wenn Du ruhig unter vier Augen mit mir sprichst.

12.    Versuche nicht, mein Benehmen noch während der Aufregung mit mir zu besprechen. Aus irgendwelchen Gründen ist mein Gehör zu dieser Zeit nicht sehr gut, und meine Mitarbeit ist sogar noch schlechter. Es ist in Ordnung, das Erforderliche zu unternehmen, aber laß uns erst später darüber sprechen.

13.    Versuche nicht, mir Predigten zu halten. Du wärst erstaunt, wie gut ich weiß, was Recht und Unrecht ist.

14.    Gib mir nicht das Gefühl, daß meine Fehler Sünden seien. Ich muß lernen, Fehler zu machen ohne das Gefühl, daß ich nicht gut bin.

15.    Nörgle nicht. Wenn Du es tust, muß ich mich davor schützen, indem ich taub erscheine.

16.   Verlange keine Erklärungen für mein schlechtes Benehmen. Ich weiß wirklich nicht, warum ich es tue.

17.    Setze meine Ehrlichkeit nicht allzusehr auf die Probe. Ich bekomme leicht Angst, so daß ich dann Lügen erzähle.

18.    Vergiß nicht, daß ich gern Dinge erprobe. Ich lerne davon, bitte gewöhne mich daran.

19.   Schütze mich nicht vor unangenehmen Folgen. Es ist nötig, daß ich aus Erfahrung lerne.

20.   Beachte meine kleinen Wehwechen möglichst wenig. Wenn ich zuviel Aufmerksamkeit für sie bekomme, kann ich lernen, Vorteile in der Krankheit zu sehen.

21.   Weise mich nicht ab, wenn ich ehrliche Fragen an Dich richte. Sonst wede ich Dich nicht mehr fragen, sondern anderswo Belehrung suchen.

22.    Gib nur auf dumme oder bedeutungslose Fragen keine Antwort. Ich möchte nur, daß Du dich mit mir beschäftigst.

23.    Glaube nicht, daß es unter deiner Würde ist, Dich bei mir zu entschuldigen. Eine ehrliche Entschuldigung gibt mir ein überraschend warmes Gefühl für Dich.

24.    Lege es mir nie nahe zu glauben, daß Du vollkommen oder unfehlbar bist. Diesem Standard entsprechend zu leben, wäre zu viel für mich.

25.   Mach Dir keine Sorgen, wenn Du nicht allzuviel Zeit für mich hast. Es kommt darauf an, wie wir die Zeit, die Du hast miteinender verbringen.

26.    Meine Ängstlichkeit darf Dich nicht ängstlich machen, denn sonst werde ich noch ängstlicher. Zeige mir Mut.

27. Vergiß nicht, daß ich ohne viel Verständnis und Ermutigung nicht gedeihen kann. Aber, ich glaube, daß ich Dir das nicht zu sagen brauche.

Behandle mich genau so, wie Du deine Freunde behandelst, dann werde auch ich Dein Freund sein.

Denke daran, daß ich vom Beispiel mehr lerne als von der Kritik.